Torische, Monofokal-Plus- und Asphärische Monofokallinsen – Unterschiede und Anwendungsgebiete einfach erklärt
Priv.-Doz. Dr. med. Tim Schultz, FEBOTorisch, asphärisch oder Monofokal-Plus — bei der Wahl der richtigen Kunstlinse für die Kataraktoperation kommt es auf die individuelle Sehsituation an.
Priv.-Doz. Dr. med. Tim Schultz erklärt die Unterschiede zwischen den Monofokallinsen-Typen und für wen welche Linse geeignet ist.
Warum gibt es unterschiedliche Monofokallinsen?
Die moderne Augenchirurgie bietet heute eine Vielzahl an Lösungen für unterschiedliche Sehbedürfnisse. Besonders im Rahmen einer Kataraktoperation (Grauer Star) wird die körpereigene, getrübte Linse durch eine klare Kunstlinse ersetzt.
Dabei müssen jedoch individuelle Unterschiede wie bestehende Fehlsichtigkeiten, Lebensstil oder berufliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Deshalb wurden unterschiedliche Linsentypen entwickelt, die jeweils bestimmte Schwerpunkte setzen – sei es eine besonders gute Sicht bei Dämmerung, die Korrektur einer Hornhautverkrümmung oder eine etwas erweiterte Schärfentiefe im Alltag.
Auch das subjektive Blendempfinden, der Wunsch nach möglichst wenig Brillenabhängigkeit oder besondere anatomische Gegebenheiten fließen in die Wahl der passenden Linse mit ein.
Die wichtigsten Monofokallinsen im Überblick
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die drei wichtigsten Varianten von Monofokallinsen, die im AugenCentrum am Rothenbaum regelmäßig zum Einsatz kommen.
Asphärische Monofokallinse
Die asphärische Monofokallinse ist die moderne Weiterentwicklung der klassischen monofokalen Standardlinse. Sie verfügt über einen einzigen Brennpunkt und ist primär für das scharfe Sehen in der Ferne konzipiert.
Nahbereiche werden weiterhin mit einer Lesebrille überbrückt. Was diese Linse besonders macht, ist ihre spezielle Oberflächenform: Im Gegensatz zur sphärischen Linse ist sie an den Rändern abgeflacht, wodurch optische Abbildungsfehler (sogenannte sphärische Aberrationen) reduziert werden.
Die Vorteile dieser Linse auf einen Blick:
Linse oder Laser?
Augen sind individuell und häufig ist eine dauerhafte Korrektur durch Augenlasern sinnvoller und komfortabler als eine Linsenbehandlung.
Ob ein Laser-Eingriff für Sie passender ist, verrät Ihnen unser kostenloser Eignungstest in nur 60 Sekunden.
Monofokal-Plus-Linse
Diese Linse bildet die Brücke zwischen der klassischen Monofokallinse und den multifokalen Varianten. Sie bietet einen erweiterten Schärfebereich und ermöglicht damit eine bessere Sicht nicht nur in der Ferne, sondern auch im mittleren Entfernungsbereich, wie etwa beim Arbeiten am Computer oder Kochen. In der Regel ist für das Lesen dennoch eine Brille erforderlich.
Die Monofokal-Plus-Linse ist besonders dann eine sinnvolle Wahl, wenn ein Patient keine Multifokallinse wünscht (z. B. wegen erhöhter Blendempfindlichkeit), aber dennoch mehr Komfort im Alltag sucht.
Wichtig zu wissen: Die Linse bietet keinen "echten" zweiten Brennpunkt, sondern eine verlängerte Schärfezone, was die Umstellung für das Gehirn besonders angenehm macht.
Die wichtigsten Vorteile:
Torische Monofokallinse
Patienten mit einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) profitieren besonders von dieser Linse. Bei ihnen würde eine klassische Monofokallinse die optische Verzerrung der Hornhaut nicht ausgleichen – das Sehen wäre selbst nach einer Katarakt-OP weiterhin unscharf. Die torische Monofokallinse hingegen verfügt über eine zylindrische Komponente, die genau diesen Astigmatismus korrigiert.
Die Qualitätsanforderungen an Intraokularlinsen und deren Implantation sind in Deutschland durch die Leitlinien der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)1 geregelt — sie definieren unter anderem die Indikationskriterien für torische Linsen bei relevantem Hornhautastigmatismus.
Wichtig ist hier die präzise Achslage der Linse, die bereits vor dem Eingriff exakt berechnet wird. Moderne Technologien ermöglichen heute eine sehr exakte Positionierung im Auge.
Typische Vorteile torischer Linsen:
Welche Linse passt zu welchem Sehproblem?
Je nach individueller Fehlsichtigkeit, Lebensstil und Sehanspruch bietet sich eine andere Monofokallinse an. Folgende Tabelle bietet eine erste Orientierung:
| Linse | Hauptfokus | Geeignet für | Brille danach |
|---|---|---|---|
| Asphärisch Monofokal | Scharfes Sehen in der Ferne | Grauer Star, Kurz-/Weitsichtigkeit | Ja, v. a. Lesebrille |
| Monofokal-Plus | Ferne + mittlere Distanz | Grauer Star + mehr Komfort im Alltag | Ja, Lesebrille |
| Torisch Monofokal | Ferne bei Astigmatismus | Hornhautverkrümmung + Grauer Star | Ja, Lesebrille |
Linsenimplantation – der Ablauf im AugenCentrum am Rothenbaum
Im AugenCentrum am Rothenbaum steht nicht nur das medizinische Ergebnis im Vordergrund, sondern auch das Gefühl von Sicherheit und guter Betreuung. Der gesamte Prozess ist strukturiert, patientenzentriert und wird von erfahrenen Fachärzten begleitet.
1. Beratung (ca. 45 Minuten)
In einem persönlichen Gespräch erfolgt ein umfassender Augencheck. Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir Ihre Sehanforderungen und prüfen, welche Linsenvariante sich am besten eignet.
2. Voruntersuchung (ca. 90–120 Minuten)
Wir vermessen Ihre Augen mit hochmoderner Diagnostik und prüfen alle relevanten Strukturen, um die Linsenwahl und -position exakt zu planen.
3. Der Eingriff (ca. 10 Minuten pro Auge)
Die Operation erfolgt ambulant, schmerzfrei und auf Wunsch in Dämmerschlaf. Dabei wird die körpereigene Linse durch die gewählte Kunstlinse ersetzt.
4. Nachsorge
Regelmäßige Kontrolltermine sorgen für eine optimale Heilung. Das Team steht Ihnen jederzeit zur Seite und begleitet Sie auf Ihrem Weg zu besserem Sehen.
Vorteile im AugenCentrum am Rothenbaum

Patienten profitieren im AugenCentrum am Rothenbaum nicht nur von moderner Technologie, sondern auch von einem erfahrenen Team, das individuell auf Ihre Bedürfnisse eingeht – von der Linsenwahl bis zur Nachsorge.
Wenn Sie statt einer Linsenlösung eine dauerhafte Korrektur der Fehlsichtigkeit prüfen möchten, beraten wir Sie auch zu Augenlasern in Hamburg. Je nach Ausgangslage kommen moderne Verfahren wie SMILE® pro, Femto-LASIK, No-Touch-Trans-PRK oder PRK infrage.
- Erfahrene High-Volume-Chirurgen mit tausenden Eingriffen
- Individuelle, persönliche Beratung durch die beiden Ärzte Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Gonnermann & Priv.-Doz. Dr. med. Tim Schultz
- Höchste Standards in Qualität und Sicherheit
- Inhaber- und ärztlich geführte Einrichtung mit familiärer Atmosphäre
FAQ zu Torische, Monofokal-Plus- und Asphärische Monofokallinsen
Warum ist bei vielen Menschen im Alter eine Lesebrille erforderlich?
Ab etwa dem 40. Lebensjahr verliert die natürliche Linse zunehmend ihre Elastizität – ein Prozess, der als Alterssichtigkeit (Presbyopie) bezeichnet wird. Die Fähigkeit, in der Nähe scharf zu sehen, nimmt ab.
Später kann sich dieser Prozess in eine Linsentrübung (Grauer Star) weiterentwickeln. Monofokallinsen ersetzen die natürliche Linse zwar, stellen aber die Akkommodationsfähigkeit nicht wieder her, daher ist meist eine zusätzliche Nahkorrektur nötig..
Was ist der Unterschied zwischen einer Monofokal-Plus-Linse und einer Multifokallinse?
Die Monofokal-Plus-Linse erweitert den Schärfebereich, ohne mehrere Brennpunkte zu erzeugen. Sie ermöglicht schärferes Sehen im Zwischenbereich, jedoch nicht in der Nähe.
Eine Multifokallinse hingegen bietet mehrere definierte Brennpunkte (z. B. Nähe, Ferne, mittlere Distanz), was bei geeigneter Indikation ein nahezu brillenfreies Leben ermöglicht. Dafür kann es häufiger zu Lichtphänomenen (Halos, Blendung) kommen.
Ist eine torische Linse auch für Menschen ohne Grauen Star geeignet?
In bestimmten Fällen ja. Wenn ein Patient z. B. eine sehr starke Hornhautverkrümmung hat und sich eine Refraktive Linsenimplantation wünscht (z. B. bei Unverträglichkeit von Kontaktlinsen), kann auch ohne Katarakt eine torische Linse implantiert werden. Diese Eingriffe sind allerdings elektiv und keine Kassenleistung.
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Quellen:
- https://dog.org/aerzteschaft/stellungnahmen-und-empfehlungen

Priv.-Doz. Dr. med. Tim Schultz, FEBO
Priv.-Doz. Dr. med. Tim Schultz, FEBO ist als Facharzt für Augenheilkunde im AugenCentrum am Rothenbaum tätig. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Netzhaut- und Makulachirurgie (Pars Plana Vitrektomie; PPV), Hornhauttransplantationen (z.B. DMEK), Glaukomchirurgie (Minimal invasiv (MIGS) und filtrierende Eingriffe), Linsen- und Kataraktchirurgie, Lidchirurgie und IVOM. Etappen auf der Laufbahn von Priv.-Doz. Dr. med. Schultz sind unter anderem die Philips Universität Marburg und zuletzt, als stellvertretender Direktor, die Augenklinik der Ruhr Universität Bochum.






